Koordinierungsbedarf für eine integrierte Gebäudedatenbank in Deutschland

Digitale Gebäudedaten sind für das Monitoring der Energiewende und das Erreichen der Klimaziele zentral. Die EU-Gebäuderichtlinie fordert den Aufbau einer Datenbank über die Gesamteffizienz von Gebäuden. Belastbare Gebäudedaten sind aber auch für viele andere Bereiche relevant. Der Bericht zeigt, dass Deutschland jetzt die Chance hat, die Weichen richtig zu stellen, um die Interoperabilität mit anderen gebäuderelevanten Datensätzen mitzudenken. So kann der volle Nutzen digitaler Gebäudedaten für Eigentümer, Finanzierer, Wissenschaft und Politik gehoben werden.

Deutschland hat beim Aufbau einer zugänglichen Gebäudedatenbank zwar Nachholbedarf, kann dies aber gleichzeitig als Chance nutzen. Mit den Erfahrungen aus den anderen EU-Mitgliedsstaaten und der Klarheit über die EPBD-Anforderungen zu Artikel 22 kann Deutschland von Anfang an die Datenbank so aufbauen, dass sie nicht als Minimalversion, sondern als ‚stetig wachsende Infrastruktur‘ konzipiert wird. Dabei geht es nicht nur die Erfüllung von EPBD-Anforderungen, sondern die Modernisierung und Digitalisierung des gesamten Bau- und Immobilienbereichs. Dies eröffnet Chancen für Innovation, agile Prozesse und langfristige Kosteneinsparungen. 

Aktuell werden in Deutschland sowohl eine Datenbank zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden gemäß Artikel 22 EPBD als auch weitere gebäuderelevante Datenbank aufgebaut. Um zu vermeiden, dass sich überschneidende Inhalte oder Funktionalitäten entstehen und um eine Interoperabilität dieser Datenbanken in der Zukunft zu gewährleisten, sollten jetzt die Weichen gestellt werden. Mit der schrittweisen Verknüpfung zu einem größeren Datenraum für erweiterte Funktionalitäten werden wichtige Schritte hin zu einer integrierten Datenbank gemacht. 

Der Bericht zeigt zentrale Ansatzpunkte für den Aufbau einer solchen Infrastruktur:  

  • eine klare Zielvision von einer integrierten Gebäudedatenbank nach dem Vorbild Frankreichs,  
  • einen realistischen Start über eine erweiterte Energieausweisdatenbank, wobei die Interoperabilität einer zukünftig stärker integrierten Datenbank mitgedacht werden muss,   
  • einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Akteure, sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene,   
  • Technische Aspekte, die bei der Interoperabilität mitgedacht werden müssen: Gebäude ID sowie existierende Regeln und Datenstandards,    
  • die Koordinierungsbedarfe sowohl auf politischer Prozess- und auch technischer Ebene sowie zwischen privaten und öffentlichen Akteuren; außerdem gilt es die Kommunikationsbedarfe zur Mitnahme der Öffentlichkeit zu begleiten.  

Der Bericht wurde durch die Schwäbisch Hall Stiftung „bauen-wohnen-leben“ finanziert.  

Der Vorgänger-Bericht „Eine Datenbank über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Deutschland. Von EU-Nachbarn für eine Umsetzung lernen“ enthält u.a. auch viele Beispiele aus anderen EU Mitgliedsstaaten: (hier)


Coordination needs for an integrated building database in Germany 

Digital building data is central to monitoring the energy transition and achieving climate targets. The Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) requires the establishment of a database on the overall energy performance of buildings. Reliable building data is also relevant for many other areas. The report shows that Germany now has the opportunity to set the right course by taking into account interoperability with other building-related datasets. This would unlock the full value of digital building data for owners, financiers, researchers and policymakers. 

While Germany is lagging behind in the development of an accessible building database, this can also be seen as an opportunity. Drawing on the experience of other EU Member States and the clarity of the EPBD requirements under Article 22, Germany can design the database from the outset not as a minimal solution, but as a “continuously growing infrastructure”. This goes beyond merely complying with EPBD requirements and contributes to the modernisation and digitalisation of the entire construction and real estate sector. It creates opportunities for innovation, agile processes and long-term cost savings. 

Currently, both a database on the overall energy performance of buildings in accordance with Article 22 EPBD and other building-related databases are being developed in Germany. To avoid overlaps in content or functionality and to ensure interoperability between these databases in the future, the necessary steps should be taken now. The gradual linking to a broader data space for enhanced functionalities represents an important step towards an integrated database. 

The report identifies key elements for building such an infrastructure: 

  • a clear target vision of an integrated building database, inspired by the example of France, 
  • a realistic starting point through an enhanced EPC database, while taking into account the interoperability of a more integrated database in the future, 
  • an overview of current developments and stakeholders at both national and European levels, 
  • technical aspects to be considered for interoperability, including a building ID as well as existing rules and data standards, 
  • coordination needs at both the policy process and technical levels, as well as between public and private actors; in addition, communication efforts are needed to ensure public engagement. 

The report was funded by the Schwäbisch Hall Foundation “bauen-wohnen-leben”. 

The predecessor report “A database on the overall energy performance of buildings in Germany – learning from EU neighbours for implementation” also includes many examples from other EU Member States. (here)

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